Wer sollte in die Säule 3a einzahlen?

Angestellte können im 2012 maximal CHF 6‘682 in die dritte Säule einzahlen und diesen Betrag vom steuerbaren Einkommen abziehen. Damit ist die Säule 3a ist ein exzellentes Instrument, um Steuern und damit Geld zu sparen. Die dritte Säule hat aber auch einige Nachteile. Wir zeigen in diesem Artikel, für wen sich eine solche Einzahlung besonders lohnt und wer darauf verzichten sollte.

Wie die Steuerersparnis funktioniert

Die Steuern in der Schweiz sind progressiv. Das bedeutet, dass je höher das steuerbare Einkommen ist, desto höher auch der Steuersatz ist. Wichtig ist dabei, den Begriff „Grenzsteuersatz“ zu verstehen. Dies ist der Steuersatz auf einem zusätzlich verdienten Franken. Kann man sein steuerbares Einkommen senken, dann spart man darauf den Grenzsteuersatz.

Betrachten Sie dazu folgendes Beispiel. Ein alleinstehender, konfessionsloser Zürcher mit einem steuerbaren Einkommen von CHF 100‘000 bezahlt im 2012 gemäss dem Steuerrechner des Kantons Zürich CHF 13‘812 Staats- und Gemeindesteuern und CHF 2‘874 direkte Bundessteuern, total also CHF 16’686. Sein Steuersatz beträgt damit 16.7%. Würde diese Person mit einer Einzahlung in die Säule 3a ihr steuerbares Einkommen um CHF 6‘000 senken, dann würde der gesamte Steuerbetrag auf CHF 15‘105 sinken. Diese Person würde also CHF 1‘581 sparen. Auf dem einbezahlten Betrag von CHF 6‘000 entspricht dies einer prozentualen Einsparung von 26.3%.

Je höher das steuerbare Einkommen, desto höher der Grenzsteuersatz und desto vorteilhafter ist damit die Nutzung der dritten Säule. Bei einem steuerbaren Einkommen von CHF 150‘000 beträgt die Steuerersparnis bei einer Einzahlung von CHF 6‘000 bereits CHF 2‘108, also 35.1%.

Der hauptsächliche Nutzen der Säule 3a liegt in der Steuerersparnis bei der Einzahlung. Diese ist umso grösser, je mehr Geld man verdient. Hinzu kommen aber noch weitere ergänzende Vorteile, die für die Nutzung dieses Vorsorgeinstruments sprechen:

  • Die Zinsen sind im Vergleich zum Sparkonto hoch
  • Die Zinsen müssen nicht als Einkommen versteuert werden
  • Das Guthaben muss nicht als Vermögen versteuert werden

Die Nachteile der Säule 3a

Es gibt jedoch auch Gründe, die gegen eine Einzahlung in die Säule 3a sprechen. So kann das Geld erst fünf Jahre vor Erreichen des Rentenalters ordentlich bezogen werden. Frauen müssen also bis 59, Männer bis 60 mit der Auszahlung warten.

Ein frühzeitiger Bezug ist nur in wenigen Fällen möglich:

  • Bei Tod oder bei Bezug einer vollen IV-Rente
  • Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit
  • Finanzierung von Wohneigentum
  • Endgültiges Verlassen der Schweiz

Ist kein frühzeitiger Bezug möglich, ist das Kapital somit je nach Alter über Jahrzehnte hinweg blockiert.

Bei der Auszahlung des Betrags fallen zudem Steuern an. Weil das Kapital getrennt vom übrigen Einkommen versteuert wird, ist die Steuer mit ca. 5 bis 10% jedoch tief.

Fazit – für wen sich die Einzahlung lohnt

Wir haben oben gezeigt, dass die Steuerersparnis umso höher ist, je höher das Einkommen ist. Bei sehr geringem Einkommen lohnt sich eine Einzahlung nicht. Die Steuerersparnis ist zu gering im Verhältnis zu den Nachteilen. Zudem ist es auch so, dass Personen mit tiefem Einkommen eher auf das Geld angewiesen sind. Und wegen den restriktiven Bedingungen zur frühzeitigen Auszahlung ist die Säule 3a als Anlage für den Notgroschen völlig ungeeignet.

Die Zinsen auf Vorsorgegeldern sind zwar relativ hoch, aber tiefer als die erwartete Rendite in andere Anlageformen wie etwa Aktien. Wer sein Geld über Jahrzehnte hinweg in Aktien angelegt hält, erzielt damit eine voraussichtlich höhere Rendite als mit einem 3a-Konto, selbst wenn die anfängliche Steuerersparnis wegfällt. Schliesslich verteilt sich die Steuerersparnis auf mehr Jahre. Zahlt man ein Jahr vor dem Bezug die Säule 3a ein, dann erzielt man eine traumhafte zweistellige Rendite. Ist man jedoch noch in seinen Zwanzigern, dann beträgt die Rendite durch die Steuerersparnis weniger als ein Prozent pro Jahr.

Als Faustregel, für wen sich die Einzahlung in die Säule 3a lohnt, kann der FinanzFuchs somit folgendes sagen:

„Die Einzahlung lohnt sich umso mehr, je höher der eigene Grenzsteuersatz ist und je näher der Zeitpunkt des Bezugs liegt.“
 
 

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2 Antworten auf Wer sollte in die Säule 3a einzahlen?

  1. Ilhan AYAYDIN sagt:

    Ist der Bezug von 3a nicht erst mit 65 Männer möglich ? So steht es in den allg. Bedingungen.

    • FinanzFuchs sagt:

      Ein reines Säule 3a Konto können Sie regulär als Mann ab 60 auflösen. Wenn Sie bei einer Versicherung eine gebundene Vorsorgepolice 3a abgeschlossen haben (wo Sie auch jeweils zwingend einzahlen müssen; das ist bei 3a-Konten nicht der Fall, dort ist es freiwillig) dann kann es sein dass Sie bis 65 warten müssen. Das ist einer der vielen Gründe weswegen viele Konsumentenschützer von Vorsorgepolicen abraten.

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