Buchpreisbindung 2011 – Zurück zur Planwirtschaft

Der FinanzFuchs glaubte nicht richtig zu lesen, als er erfuhr, dass der Nationalrat im Dezember 2010 beschloss, die Aufhebung Buchpreisbindung wieder rückgängig zu machen. Und Anfang März 2011 beschloss dann auch noch der Ständerat, die Buchpreisbindung in der Schweiz wieder einzuführen. Neu sollen sogar Bücher, die über das Internet bestellt werden, der Buchpreisbindung unterliegen. Will heissen, wer bei Amazon Deutschland ein Buch bestellt, der bezahlt Schweizer Preise.

Auswirkungen Buchpreisbindung

Womit wir auch gleich bei den Auswirkungen der Buchpreisbindung wären. Die Preise für Bücher würden neu wieder reguliert und für jedes Buch gäbe es einen an die Planwirtschaft erinnernden festen Preis. Wir alle wissen, dass fixierte Preise = hohe Preise sind. Damit ist klar, wer geschröpft wird: Der Konsument. Und wer profitiert? Der Schweizer Buchhandel. Damit hat die Allianz von Grünen, Sozialdemokraten und Christdemokraten (plus einige abtrünnige Volksvertreter der SVP und FDP) dafür gesorgt, dass die Marktwirtschaft im Buchhandel Vergangenheit wird. Buchhändler verdienen eine Monopolrente zu Laster der Konsumenten.

The Long Tail – ein Fremdwort für Schweizer Parlamentarier

Ganz offensichtlich haben die Vertreter im Parlament, die für die Buchpreisbindung gestimmt haben, noch nie im Leben etwas vom Buch und Begriff „The Long Tail“ gehört. Ein Argument für die Wiedereinführung der Buchpreisbindung war nämlich, dass damit das „Kulturgut“ Buch geschützt wird und auch weiterhin eine grosse Vielfalt an Büchern angeboten wird. Da haben National- und Ständerat falsch gedacht. Dank den Buchhandlungen im Internet, allen voran Amazon, können heute auch kleinste Mengen an Büchern profitabel verkauft werden. Noch nie war die Vielfalt an angebotenen Büchern so riesig – dank dem kostensparenden Modell des online Vertriebs ohne teure Verkaufsflächen. In seinem Buch „The Long Tail“ beschreibt der Chefredakteur des Wired Magazins Chris Anderson, wie rund 80% der verkauften Produkte für etwa 50% des Umsatzes sorgen und damit auch Gewinn erzielt werden kann. Das widerspricht dem Pareto-Prinzip, wo 80% des Gewinns durch 20% der Produkte erzielt wird. Diese Unwissenheit des Parlaments bezahlen Schweizer jetzt mit der eigenen Geldbörse.

Nationalratswahlen 2011 und Buchpreisbindung

Doch der FinanzFuchs schlägt zurück und versucht hiermit zu verhindern, dass zukünftig weitere Vorstösse für die Planwirtschaft, gegen die Marktwirtschaft und gegen Schweizer Konsumenten im Nationalrat gutgeheissen werden. Kommenden Herbst sind Nationalratswahlen. Überlegen Sie sich doch zweimal, welche Nationalräte Sie an den Wahlen 2011 wiederwählen wollen. Hier die Liste der Parlamentarier, die sich am 6. Dezember 2010 für die Buchpreisbindung und gegen das Portemonnaie der Schweizer Konsumenten ausgesprochen haben:

Müller Geri AG Maire NE
Chopard-Acklin AG Rechsteiner SG
Bruderer AG Büchler SG
Stump AG Fässler SG
Kiener BE Gilli SG
Graber BE Fehr Hans-Jürg SH
Grunder BE Bader SO
Siebenthal BE Wyss SO
Graffenried BE Heim SO
Wyss BE Tschümperlin SZ
Daguet BE Wehrli SZ
Allemann BE Häberli-Koller TG
Hochreutener BE Carobbio TI
Haller BE Pedrina TI
Joder BE Robbiani TI
Frösch BE Grin VD
Lumengo BE Singer VD
Teuscher BE Thorens VD
Streiff BE Aubert VD
Stöckli BE Français VD
Graf BL Glauser VD
Leutenegger BL Parmelin VD
Nussbaumer BL Nordmann VD
Schenker BS Neirynck VD
Jans BS Marra VD
Lachenmeier BS Voruz VD
Buman FR Zisyadis VD
Levrat FR Schmidt VS
Weber-Gobet FR Darbellay VS
Steiert FR Amherd VS
Barthassat GE Freysinger VS
Hiltpold GE Roux VS
Hodgers GE Rossini VS
Nidegger GE Lang ZG
Rielle GE Fehr Mario ZH
Reymond GE Fehr Jacqueline ZH
Leuenberger-Genève GE Fehr Hand ZH
Roth-Bernasconi GE Riklin Kathy ZH
Landolt GL Bänziger ZH
Cathomas GR Hany ZH
Hassler GR Jositsch ZH
Hämmerle GR Ingold ZH
Baettig JU Galladé ZH
Rennwald JU Gross ZH
Birrer-Heimo LU Prelicz-Huber ZH
Schelbert LU Moser ZH
Segmüller LU Vischer ZH
John-Calame NE Thanei ZH
Perrin NE Weibel ZH
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