Neue Kampfjets müssen vors Volk

Zuerst vorneweg. Der FinanzFuchs ist weder ein „Linker“ noch ein „Antimilitarist“. Im Gegenteil. Er macht sogar noch aktiv Dienst bei einer stolzen Truppengattung und gehört, wenn man es aus Sicht einer Firma bezeichnen würde, zum „mittleren Kader“ in der Armee.

Aber der kürzlich getroffene Entscheid, den schwedischen Gripen zu kaufen als Ersatz für die Tiger-Flotte war nun endlich der Auslöser, hier seinem Ärger um die neuen Kampfjets öffentlich Luft zu machen.

Die Armee hat es ja geschafft, dass ihr Verteidigungsetat um fast 1/4 wieder auf 5 Milliarden Schweizer Franken erhöht werden soll. Nicht, weil Ueli Maurer die Armee ausbauen will. Nein, weil damit die Kampfjets über das normale Militärbudget finanziert werden sollen. So – hatten sich die Strategen ausgerechnet – wäre das Risiko geringer, dass dieses Geschäft vors Volk kommt.

Allerdings muss ja jemand für die Jets bezahlen. Und das sind nicht nur Herr Maurer und und nicht nur die Parlamentarier, sondern alle Steuerzahler.

Kein Problem, sagt sich das Parlament, wir erhöhen wegen den neuen Kampfjets ja nicht die Steuern, sondern sparen das Geld woanders ein.

Am liebsten wäre dem FinanzFuchs dabei, dass das Geld tatsächlich eingespart wird, indem der Vewaltungsapparat kostengünstiger arbeitet. Aber das wird es im Endeffekt nicht sein. Da wird einfach woanders das Budget gekürzt. Und das bedeutet, dass hier eine Arbitrage gemacht wird: 22 Kampfjets hier, ein paar Milliarden weniger dort, wobei „dort“ noch genauer zu definieren wäre.

Somit sollte hier unbedingt das Volk mitreden dürfen. Denn Steuerfranken sind gewiss in anderen Bereichen wie Bildung, Forschung, oder in Form von Steuersenkungen sinnvoller angelegt als in 22 Flugzeugen.

Denn seien wir ehrlich: Für Luftpolizei-Einsätze reichen die FA18 oder die Tiger noch längst aus. Oder sogar auch Pilatus PC-21, der dann auch im Unterhalt massivst günstiger wäre. Denn ein Terrorist wird uns ja nicht mit einem Kampfjet angreifen. Und es spricht ja niemand über die Abschaffung der Luftwaffe. Ein Know-How-Verlust vom fliegerischen Können steht nicht auf dem Spiel.

Und käme es doch mal zu einem Krieg: Auch 22 Flugzeuge würden hier keinen Unterschied machen, zumal innert Wochen kaum mehr eines davon übrigbleiben würde.

Also bitte, lasst uns darüber abstimmen. Und bitte genau aufzeigen, auf was wir verzichten, wenn wir die 22 Flugzeuge anschaffen. Und dann werden wir ja sehen, ob das Volk das auch so sieht wie das Parlament. Und bitte, liebe SVP: Eine Abstimmung zu 22 Flugzeugen hat nichts zu tun mit einer Abstimmung zur Abschaffung der Armee. Denn letzteres will auch der FinanzFuchs nicht.

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Eine Antwort auf Neue Kampfjets müssen vors Volk

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