Preiserhöhung SBB: Die komische Rechtfertigung

Jetzt ist es schon wieder soweit: Die SBB will per Dezember die Preise für 2013 erhöhen, und zwar massiv um durchschnittlich 5.6%. Am schlechtesten kommen die Käufer eine Generalabonnements weg. Ein GA 1. Klasse kostet neu 5’800 Franken (+8.1%), und ein GA 2. Klasse kostet neu 3’560 Franken (plus 6.3%). Die ganze Preisliste finden Sie übrigens hier: Preise SBB 2012 / 2013.

Gerechtfertigt wird die Preiserhöhung mit den steigenden Trassenpreisen. Aber nicht nur. So wurde das Angebot ausgebaut, neues Rollmaterial gekauft und die Anzahl Passagiere ist gestiegen.

Die SBB muss privatwirtschaftlich organisiert werden – weg mit dem Bundesbetriebs-Denken

Der FinanzFuchs gerät in Rage, wenn er solche fadenscheinigen Argument hört. Schauen wir uns die folgenden Argumente zur Preiserhöhung näher an und vergleichen diese mit dem Denken aus der Privatwirtschaft:

Ausbau des Angebots: Wenn ein Bundesbetrieb sein Angebot ausbaut, dann verursacht das Mehrkosten, die auf die Kunden überwälzt werden müssen. Wenn eine Firma neue Produkte einführt oder wie z.B. Aldi neue Niederlassungen eröffnet, dann bringt das Mehreinnahmen und einen zusätzlichen Deckungsbeitrag, welche zu tieferen Preisen führen.

Neues Rollmaterial: Wenn die SBB neue Doppelstock-Züge kauft, dann sollen die Passagiere diese mit Preiserhöhungen bezahlen. Wenn eine Gesellschaft wie easyjet neue Flugzeuge mit kauft, dann führt das zu geringeren Kosten im Unterhalt, zu geringeren Kosten pro Flugpassagier-Kilometer und damit zu günstigeren Preisen.

Mehr Passagiere: Wo ist denn bitte hier die Logik? Kennen Sie ein privates Unternehmen, das sich daran stört, dass es mehr Kunden hat? Die SBB offenbar schon – Kunden verursachen schliesslich Kosten. Jedes Unternehmen freut sich über zusätzliche Kunden, weil diese einen Deckungsbeitrag an die Fixkosten abliefern.

Und das ist eben der Punkt: Die SBB ist in einem Geschäft, welches sehr hohe fixe Kosten aufweist. Züge, Gleise und Bahnhöfe verursachen hohe Fixkosten, aber praktisch keine variablen Kosten. Wenn eine Person zusätzlich von Zürich nach Bern in der 1. Klasse ohne Halbtax fährt, dann verdient die SBB 80 Franken daran. Und davon bleiben etwa 79 Franken im Portemonnaie der SBB. Denn ein Ticket auszustellen am Automaten sowie es ggf. konrollieren zu lassen kostet einen Franken. So wie die SBB argumentiert, haben sie bei einem weiteren Kunden Gesamtkosten, die höher als der Ticketpreis liegen. Und das kann doch nicht ihr ernst sein.

In jedem privat organisierten Unternehmen mit hohen Fixkosten freut man sich über zusätzliche Kunden und ist in der Lage, die Preise zu senken (und das muss man auch tun, wenn man keine Monopolstellung inne hat). Die SBB hingegen nutzt ihr Monopol und das Bundesbetriebs-Denken, um die Preise zu erhöhen. Und das muss ein Ende haben.

Gut, der FinanzFuchs hat sich jetzt abgeregt (im Wald muss er eh laufen, da gibt es keine Züge), aber vielleicht Sie als Leser nicht? Dann schreiben Sie doch jetzt Ihre Meinung zur SBB Preiserhöhung hin.

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