Schweizer Kampfjets – Volk sagt nein zum Gripen: Warum und was nun?

Der FinanzFuchs hatte es ja im Dezember 2011 gefordert, dass der Kauf von neuen Kampfjets vors Volk muss. Nach längerem Taktieren ist es dann 2.5 Jahre später zur Abstimmung gekommen. Seit gestern ist klar: Das Schweizer Volk will keine neuen Kampfjets. Auch der FinanzFuchs hat ein „Nein“ in die Urne gelegt, obwohl er sicherlich kein Armeegegner ist.

Warum ein Nein?

Die Analysen werden in den nächsten Wochen folgen. Klar scheint aber, dass das Volk den Sinn nicht sieht, für 3 Mrd. Franken 22 neue Flieger zu kaufen, die bei der momentanen und absehbaren Bedrohungslage einen sinnvollen Schutz bieten können. Hinzu kommt ja noch, dass wir hier von rund 10 Mrd. Franken über die Lebenszeit der Flieger sprechen. Im Gegensatz zur Abstimmung zum FA-18 vor rund 20 Jahren, an die sich der FinanzFuchs noch sehr gut erinnern kann (weil er Plakate für den FA-18 aufhängte!) haben es die Befürworter nicht geschafft, die Abstimmung zum Kampfjet als eine Abstimmung für oder gegen die Armee zu positionieren.
Nebst diesen zwei Hauptgründen sind sicher auch noch die vielen Pannen seitens der Befürworter für die Niederlage verantwortlich. Es verging ja zeitweise keine Woche, bis wieder ein neuer Skandal oder Faux-Pas aufgedeckt wurde. Ein paar Beispiele gefällig?

  • Der Plan B – wenn das Volk nein sagt, dann sollen die Jets halt gemietet werden
  • Der schwedische Botschafter macht sich über uns lustig
  • Im Gripen steckt US-Technologie, die möglicherweise eine Fernsteuerung oder zumindest ein Abhören des Funkverkehrs ermöglichen könnte
  • Ein Bundesrat, der sich abschätzig über Frauen äussert und seine Beherrschung während einem TV-Interview verliert

So gesehen ist es ein verdientes nein. Doch was soll nun mit dem „gesparten“ Geld geschehen?

Was nun?

Was geschieht nun mit den 300 Millionen, die für die Beschafffung des Gripen im Militärbudget vorgesehen waren und welche der Grund für die damalige Aufstockung des Budgets waren? Ganz klar: diese müssen vom bestehenden Militärbudget wieder abgezogen werden. Das Volk hat nein gesagt, weil es den Sinn dieser Militärausgabe nicht einsieht. Somit wäre es eine Verachtung des Volkwillens, das Geld in andere Armeeprojekte zu stecken.
Doch wohin damit? Die Linken, welche gegen den Gripen waren, sähen das Geld am liebsten als Ausgabe in anderen Departementen. Der FinanzFuchs sieht das anders. Das Geld sollte schlicht demjenigen zurückgegeben werden, der es nicht ausgeben will: Dem Steuerzahler in Form von tieferen Steuern. Dann hat der FinanzFuchs auf jeden Fall auch etwas davon.

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Credit Suisse: 1.5% Premium Zins bis Ende 2014

Nach einem Jahr Unterbruch lockt die Credit Suisse wie schon im 2012 (1.75%) und im 2011 (2.25%, das waren noch Zeiten) mit einem Premium-Zins von immerhin 1.5% Neukunden und Neugelder an. Wie gut beurteilt der FinanzFuchs dieses Angebot?

Auf den ersten Blick ist es sehr gut, wie immer hat es allerdings ein paar Tücken, die es zu vermeiden gilt. Aber zuerst zu den Fakten:

  • Berechtigt für die 1.5% sind Neugeldanlagen bei der Credit Suisse, welche auf dem Bonviva PremiumZins-Sparkonto angelegt werden
  • Diese müssen bis 30.06.2014 dort eingetroffen sein
  • Der Premium Zins gilt nur bis Ende 2014
  • Maxmial kann man eine halbe Million Franken zum Vorzugszins anlegen
  • Benötigt wird ein Bonviva Paket
  • Dieses Bonviva-Paket erhält man im ersten Jahr zum halben Preis
  • Mit diesem Bonviva-Paket entstehen weitere Vorteile, was den Vergleich erschwert

Zunächst einmal sind 1.5% ein sehr guter Zins. PostFinance beispielsweise hat den Zins für das E-Sparkonto (ehemals E-Depositokonto) Anfang 2014 von 0.5% auf 0.3% gesenkt. Das Angebot gilt allerdings nur für Neugelder. Wer also sein ganzes Barvermögen bei der Credit Suisse parkiert hat, profitiert nicht von diesem Angebot.
Und dann ist eben noch die Geschichte mit dem Bonviva Paket. Die Credit Suisse ist ja nicht gerade bekannt dafür, tiefe Gebühren zu haben. Auf Anfang 2014 sind z.B. die Gebühren für die Kontoführung (50 Franken) und die Maestro-Karte (neu 60 Franken) erhöht worden. Dann kosten ja seit längerem auch die Bargeldbezüge an „fremden“ Bancomaten wieder Geld. All das spart man sich mit dem Bonviva-Paket. Wobei sparen das falsche Wort ist, denn schon das günstigste Paket (Bonviva Silver) kostet 180 Franken im Jahr. Doch dieses wiederum erhält man im ersten Jahr zum halben Preis. Zudem gibt es noch kostenlos zwei Kreditkarten von MasterCard und American Express hinzu (diese erhält man zwingend, auch wenn man sie nicht benötigt), mit denen man dann noch Prämienpunkte erhält.
Für einen kurzfristigen Optimierer wie den FinanzFuchs lohnt es sich, ein Bonviva-Paket Silver abzuschliessen und im Gegenzug die etwas höheren Gebühren zu sparen und vor allem von den höheren Zinsen zu profitieren. Denn was auch noch hinzukommt sind die höheren Zinsen auf dem Privatkonto (0.25%, das ist sehr viel, normale Kunden erhalten nur 1/10 davon, nämlich 0.025%).

Die Meinung vom FinanzFuchs und wie er es gemacht hat

Insgesamt ist das Angebot zumindest bis Ende 2014 sehr gut. Allerdings ist die Koppelung mit dem Bonviva-Paket mühsam und das Ganze wirkt am anfang sehr unübersichtlich und undurchschaubar. Aber egal, der FinanzFuchs hat es für sich durchgerechnet und folgendes gemacht: Bonviva-Paket Silver gekauft, die zwei Kreditkarten in den Safe gelegt (wird er vermutlich nie benutzen, er hat ja schon die Gratis-Produkte von Migros und Coop), Geld vom PostFinance E-Sparkonto hin zum Credit Suisse Premiumzins Sparkonto überwiesen (und die Frau dazu überredet, dasselbe zu tun), im Kalender für Juni 2014 einen Reminder gesetzt um a) allfällig noch etwas mehr Geld zur CS zu überweisen und b) vorsorglich den ganzen Bestand auf dem Sparkonto bei der CS auf 31.12.2014 zu kündigen, weil Beträge über 50’000 Franken einer 6-monatigen Kündigungsfrist unterliegen.
Und Ende 2014 wird er entscheiden, wie es weitergeht. Im Moment sieht es aber so aus: Auch wenn der FinanzFuchs kein Fan der Gebührenpolitik der Credit Suisse gegenüber Kleinsparern ist, die aktuellen normalen Zinsen ausserhalb der Aktion mit dem Bonviva Paket (0.4% auf dem Sparkonto, 0.25% auf dem Privatkonto) sind besser als diejenigen beim bisherigen, langjährigen Favoriten PostFinance (0.3% und 0.05%). Aber in 9 Monaten kann sich noch viel ändern.
 

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Wer sollte in die Säule 3a einzahlen?

Angestellte können im 2012 maximal CHF 6‘682 in die dritte Säule einzahlen und diesen Betrag vom steuerbaren Einkommen abziehen. Damit ist die Säule 3a ist ein exzellentes Instrument, um Steuern und damit Geld zu sparen. Die dritte Säule hat aber auch einige Nachteile. Wir zeigen in diesem Artikel, für wen sich eine solche Einzahlung besonders lohnt und wer darauf verzichten sollte.

Wie die Steuerersparnis funktioniert

Die Steuern in der Schweiz sind progressiv. Das bedeutet, dass je höher das steuerbare Einkommen ist, desto höher auch der Steuersatz ist. Wichtig ist dabei, den Begriff „Grenzsteuersatz“ zu verstehen. Dies ist der Steuersatz auf einem zusätzlich verdienten Franken. Kann man sein steuerbares Einkommen senken, dann spart man darauf den Grenzsteuersatz.

Betrachten Sie dazu folgendes Beispiel. Ein alleinstehender, konfessionsloser Zürcher mit einem steuerbaren Einkommen von CHF 100‘000 bezahlt im 2012 gemäss dem Steuerrechner des Kantons Zürich CHF 13‘812 Staats- und Gemeindesteuern und CHF 2‘874 direkte Bundessteuern, total also CHF 16’686. Sein Steuersatz beträgt damit 16.7%. Würde diese Person mit einer Einzahlung in die Säule 3a ihr steuerbares Einkommen um CHF 6‘000 senken, dann würde der gesamte Steuerbetrag auf CHF 15‘105 sinken. Diese Person würde also CHF 1‘581 sparen. Auf dem einbezahlten Betrag von CHF 6‘000 entspricht dies einer prozentualen Einsparung von 26.3%.

Je höher das steuerbare Einkommen, desto höher der Grenzsteuersatz und desto vorteilhafter ist damit die Nutzung der dritten Säule. Bei einem steuerbaren Einkommen von CHF 150‘000 beträgt die Steuerersparnis bei einer Einzahlung von CHF 6‘000 bereits CHF 2‘108, also 35.1%.

Der hauptsächliche Nutzen der Säule 3a liegt in der Steuerersparnis bei der Einzahlung. Diese ist umso grösser, je mehr Geld man verdient. Hinzu kommen aber noch weitere ergänzende Vorteile, die für die Nutzung dieses Vorsorgeinstruments sprechen:

  • Die Zinsen sind im Vergleich zum Sparkonto hoch
  • Die Zinsen müssen nicht als Einkommen versteuert werden
  • Das Guthaben muss nicht als Vermögen versteuert werden

Die Nachteile der Säule 3a

Es gibt jedoch auch Gründe, die gegen eine Einzahlung in die Säule 3a sprechen. So kann das Geld erst fünf Jahre vor Erreichen des Rentenalters ordentlich bezogen werden. Frauen müssen also bis 59, Männer bis 60 mit der Auszahlung warten.

Ein frühzeitiger Bezug ist nur in wenigen Fällen möglich:

  • Bei Tod oder bei Bezug einer vollen IV-Rente
  • Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit
  • Finanzierung von Wohneigentum
  • Endgültiges Verlassen der Schweiz

Ist kein frühzeitiger Bezug möglich, ist das Kapital somit je nach Alter über Jahrzehnte hinweg blockiert.

Bei der Auszahlung des Betrags fallen zudem Steuern an. Weil das Kapital getrennt vom übrigen Einkommen versteuert wird, ist die Steuer mit ca. 5 bis 10% jedoch tief.

Fazit – für wen sich die Einzahlung lohnt

Wir haben oben gezeigt, dass die Steuerersparnis umso höher ist, je höher das Einkommen ist. Bei sehr geringem Einkommen lohnt sich eine Einzahlung nicht. Die Steuerersparnis ist zu gering im Verhältnis zu den Nachteilen. Zudem ist es auch so, dass Personen mit tiefem Einkommen eher auf das Geld angewiesen sind. Und wegen den restriktiven Bedingungen zur frühzeitigen Auszahlung ist die Säule 3a als Anlage für den Notgroschen völlig ungeeignet.

Die Zinsen auf Vorsorgegeldern sind zwar relativ hoch, aber tiefer als die erwartete Rendite in andere Anlageformen wie etwa Aktien. Wer sein Geld über Jahrzehnte hinweg in Aktien angelegt hält, erzielt damit eine voraussichtlich höhere Rendite als mit einem 3a-Konto, selbst wenn die anfängliche Steuerersparnis wegfällt. Schliesslich verteilt sich die Steuerersparnis auf mehr Jahre. Zahlt man ein Jahr vor dem Bezug die Säule 3a ein, dann erzielt man eine traumhafte zweistellige Rendite. Ist man jedoch noch in seinen Zwanzigern, dann beträgt die Rendite durch die Steuerersparnis weniger als ein Prozent pro Jahr.

Als Faustregel, für wen sich die Einzahlung in die Säule 3a lohnt, kann der FinanzFuchs somit folgendes sagen:

„Die Einzahlung lohnt sich umso mehr, je höher der eigene Grenzsteuersatz ist und je näher der Zeitpunkt des Bezugs liegt.“
 
 

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1.75% Zins auf dem Sparkonto bei CS bei Ende 2012

Nach der letztjährigen Aktion mit 2.25% Premium-Zins bei der Credit Suisse wird die Aktion dieses Jahr wieder neu lanciert. Wie gut ist das Angebot?

Das Angebot ist super, meint der FinanzFuchs. Schauen wir zuerst die Bedingungen an:

  • Neugelder zwischen 500 und 250’000 Schweizer Franken werden mit 1.75% verzinst
  • Und zwar vom Moment der Einzahlung bis Ende 2012
  • Die Kontoführung ist kostenlos

So weit so gut. Und was steht im Kleingedruckten? Folgendes ist wichtig:

  • Das Ganze gilt nur für neu zur Credit Suisse fliessende Gelder, die zwischen dem 1. April und 30. Juni bei der Grossbank auf dem neu zu eröffnenden PremiumZins-Sparkonto ankommen
  • Einzahlungen nach dem 30.06.2012 werden normal verzinst (d.h. nach aktuellem Stand mit 0.25% Zins)
  • Wer schon im letzten Jahr an der PremiumZins Aktion teilgenommen hat und seine Bankbeziehung seither auflöste, darf nicht mehr teilnehmen; ausserdem gibt es eine 6-monatige Kündigungsfrist für Beträge über 50’000 Franken

Vergleicht man die angebotenen 1.75% Zins mit denen der Konkurrenz, dann sind diese sehr gut. PostFinance bietet beispielsweise momentan 0.75% Zins auf dem E-Depositio Konto an. Die CS ist hier 1.0% besser. Allerdings wie erwähnt nur bis Ende Jahr?

Was macht nun ein schlauer Fuchs, der einiges an Geld auf der hohen Kante hat? Er eröffnet ein Premium Zins Konto bei der Credit Suisse, verschiebt vor Ende Juni Geld darauf, und Anfang 2013 beurteilt er die Situation neu (sprich: er wird vermutlich das Geld wieder zu seiner Hausbank veschieben). Das ist zumindest das geplante Vorgehen vom FinanzFuchs. Und lohnt sich der Aufwand? Ja. Bei CHF 50’000 entsprechen 1% mehr Zins in 9 Monaten immerhin 375 Franken (vor Steuern). Bei einem Aufwand von weniger als einer Stunde ein guter Stundenlohn…

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Preiserhöhung SBB: Die komische Rechtfertigung

Jetzt ist es schon wieder soweit: Die SBB will per Dezember die Preise für 2013 erhöhen, und zwar massiv um durchschnittlich 5.6%. Am schlechtesten kommen die Käufer eine Generalabonnements weg. Ein GA 1. Klasse kostet neu 5’800 Franken (+8.1%), und ein GA 2. Klasse kostet neu 3’560 Franken (plus 6.3%). Die ganze Preisliste finden Sie übrigens hier: Preise SBB 2012 / 2013.

Gerechtfertigt wird die Preiserhöhung mit den steigenden Trassenpreisen. Aber nicht nur. So wurde das Angebot ausgebaut, neues Rollmaterial gekauft und die Anzahl Passagiere ist gestiegen.

Die SBB muss privatwirtschaftlich organisiert werden – weg mit dem Bundesbetriebs-Denken

Der FinanzFuchs gerät in Rage, wenn er solche fadenscheinigen Argument hört. Schauen wir uns die folgenden Argumente zur Preiserhöhung näher an und vergleichen diese mit dem Denken aus der Privatwirtschaft:

Ausbau des Angebots: Wenn ein Bundesbetrieb sein Angebot ausbaut, dann verursacht das Mehrkosten, die auf die Kunden überwälzt werden müssen. Wenn eine Firma neue Produkte einführt oder wie z.B. Aldi neue Niederlassungen eröffnet, dann bringt das Mehreinnahmen und einen zusätzlichen Deckungsbeitrag, welche zu tieferen Preisen führen.

Neues Rollmaterial: Wenn die SBB neue Doppelstock-Züge kauft, dann sollen die Passagiere diese mit Preiserhöhungen bezahlen. Wenn eine Gesellschaft wie easyjet neue Flugzeuge mit kauft, dann führt das zu geringeren Kosten im Unterhalt, zu geringeren Kosten pro Flugpassagier-Kilometer und damit zu günstigeren Preisen.

Mehr Passagiere: Wo ist denn bitte hier die Logik? Kennen Sie ein privates Unternehmen, das sich daran stört, dass es mehr Kunden hat? Die SBB offenbar schon – Kunden verursachen schliesslich Kosten. Jedes Unternehmen freut sich über zusätzliche Kunden, weil diese einen Deckungsbeitrag an die Fixkosten abliefern.

Und das ist eben der Punkt: Die SBB ist in einem Geschäft, welches sehr hohe fixe Kosten aufweist. Züge, Gleise und Bahnhöfe verursachen hohe Fixkosten, aber praktisch keine variablen Kosten. Wenn eine Person zusätzlich von Zürich nach Bern in der 1. Klasse ohne Halbtax fährt, dann verdient die SBB 80 Franken daran. Und davon bleiben etwa 79 Franken im Portemonnaie der SBB. Denn ein Ticket auszustellen am Automaten sowie es ggf. konrollieren zu lassen kostet einen Franken. So wie die SBB argumentiert, haben sie bei einem weiteren Kunden Gesamtkosten, die höher als der Ticketpreis liegen. Und das kann doch nicht ihr ernst sein.

In jedem privat organisierten Unternehmen mit hohen Fixkosten freut man sich über zusätzliche Kunden und ist in der Lage, die Preise zu senken (und das muss man auch tun, wenn man keine Monopolstellung inne hat). Die SBB hingegen nutzt ihr Monopol und das Bundesbetriebs-Denken, um die Preise zu erhöhen. Und das muss ein Ende haben.

Gut, der FinanzFuchs hat sich jetzt abgeregt (im Wald muss er eh laufen, da gibt es keine Züge), aber vielleicht Sie als Leser nicht? Dann schreiben Sie doch jetzt Ihre Meinung zur SBB Preiserhöhung hin.

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Neue Kampfjets müssen vors Volk

Zuerst vorneweg. Der FinanzFuchs ist weder ein „Linker“ noch ein „Antimilitarist“. Im Gegenteil. Er macht sogar noch aktiv Dienst bei einer stolzen Truppengattung und gehört, wenn man es aus Sicht einer Firma bezeichnen würde, zum „mittleren Kader“ in der Armee.

Aber der kürzlich getroffene Entscheid, den schwedischen Gripen zu kaufen als Ersatz für die Tiger-Flotte war nun endlich der Auslöser, hier seinem Ärger um die neuen Kampfjets öffentlich Luft zu machen.

Die Armee hat es ja geschafft, dass ihr Verteidigungsetat um fast 1/4 wieder auf 5 Milliarden Schweizer Franken erhöht werden soll. Nicht, weil Ueli Maurer die Armee ausbauen will. Nein, weil damit die Kampfjets über das normale Militärbudget finanziert werden sollen. So – hatten sich die Strategen ausgerechnet – wäre das Risiko geringer, dass dieses Geschäft vors Volk kommt.

Allerdings muss ja jemand für die Jets bezahlen. Und das sind nicht nur Herr Maurer und und nicht nur die Parlamentarier, sondern alle Steuerzahler.

Kein Problem, sagt sich das Parlament, wir erhöhen wegen den neuen Kampfjets ja nicht die Steuern, sondern sparen das Geld woanders ein.

Am liebsten wäre dem FinanzFuchs dabei, dass das Geld tatsächlich eingespart wird, indem der Vewaltungsapparat kostengünstiger arbeitet. Aber das wird es im Endeffekt nicht sein. Da wird einfach woanders das Budget gekürzt. Und das bedeutet, dass hier eine Arbitrage gemacht wird: 22 Kampfjets hier, ein paar Milliarden weniger dort, wobei „dort“ noch genauer zu definieren wäre.

Somit sollte hier unbedingt das Volk mitreden dürfen. Denn Steuerfranken sind gewiss in anderen Bereichen wie Bildung, Forschung, oder in Form von Steuersenkungen sinnvoller angelegt als in 22 Flugzeugen.

Denn seien wir ehrlich: Für Luftpolizei-Einsätze reichen die FA18 oder die Tiger noch längst aus. Oder sogar auch Pilatus PC-21, der dann auch im Unterhalt massivst günstiger wäre. Denn ein Terrorist wird uns ja nicht mit einem Kampfjet angreifen. Und es spricht ja niemand über die Abschaffung der Luftwaffe. Ein Know-How-Verlust vom fliegerischen Können steht nicht auf dem Spiel.

Und käme es doch mal zu einem Krieg: Auch 22 Flugzeuge würden hier keinen Unterschied machen, zumal innert Wochen kaum mehr eines davon übrigbleiben würde.

Also bitte, lasst uns darüber abstimmen. Und bitte genau aufzeigen, auf was wir verzichten, wenn wir die 22 Flugzeuge anschaffen. Und dann werden wir ja sehen, ob das Volk das auch so sieht wie das Parlament. Und bitte, liebe SVP: Eine Abstimmung zu 22 Flugzeugen hat nichts zu tun mit einer Abstimmung zur Abschaffung der Armee. Denn letzteres will auch der FinanzFuchs nicht.

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Oswald Grübel geht endlich – wirklich freiwillig?

Gestern wurde bekannt, dass Oswald Grübel per sofort von seinem Posten als CEO der UBS zurücktritt. Ex-Bundesrat Kaspar Villiger, seines Zeichens Präsident des Verwaltungsrates, teilte mit, dass der VR Grübel bis nächsten Frühling halten wollte, sich aber gegen den Wunsch von Oswald Grübel, sofort zurückzutreten, nicht durchsezten konnte.

Grübel wollte damit die Konsequenzen tragen und die Verantwortung auf sich nehmen, nachdem ein UBS-Trader in London 2.3 Milliarden US-Dollar verzockt hatte.

Leider hilft dieser Schritt nicht, das Vertrauen in die UBS widerherzustellen. Oswald Grübel ist viel zu spät zurückgetreten. Dass er als Chef für den Verlust verantwortlich ist, war schon am Tag nach dem Trading-Skandal klar. Dass der Rücktritt erst jetzt erfolgt, zeigt eher, dass Grübel sich an seinen Sessel klammerte, und nach der UBS VR-Sitzung diese Woche in Singapur zum Rücktritt gedrängt wurde.

Völlig unglaubwürdig erscheint, dass der VR angeblich Grübel noch ein halbes Jahr lang halten wollte. Dem FinanzFuchs erscheint dies eher, als wollte man mit dieser Aussage helfen, die Reputation von Grübel widerherzustellen. Dieser Schuss ist nach Hinten losgegangen, meint der FinanzFuchs.

Und noch ein weiterer Rücktritt fehlt – derjenige von Kaspar Villiger. Der FinanzFuchs hat unseren ehemaligen Finanzminister geschätzt – in seiner Funktion als Bundesrat. Aber als UBS-VR hat er versagt. Er wurde nur VR-Präsident der UBS, um PR & Lobbying zu betreiben. Klar ist das eine der wichtigsten Funktionen eines Verwaltungsrates. Aber ein VR-Präsident muss auf Fachwissen (in diesem Fall: Verstehen wie Banken und vor allem das Investment Banking funktionieren) mitbringen. Dieses fehlte ihm offenbar. Er war deswegen nicht unabhängig, sondern nur der Hampelmann von Oswald Grübel, der in Bern Stimmung für die UBS machte. Es wäre Konsequent und an der Zeit gewesen, dass auch Herr Villiger zusammen mit Herrn Grübel den Hut genommen hätte.

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Referendum gegen Buchpreisbindung zustande gekommen

Nun ist es offiziell: Das Referendum gegen die Buchpreisbindung ist zustande gekommen. Die Mitglieder der jungen FDP und SVP haben es geschafft, über 60’000 gültige Unterschriften zu sammeln, wie die Bundeskanzlei mitteilte.

Ursprünglich waren fixierte Buchpreise – man könnte auch von einem Buch-Kartell sprechen – im 2007 abgeschafft worden. Nun haben es National- und Ständerat aber geschafft, auf den damaligen Entscheid zurückzukommen. Feste Preise bei Büchern sollen angeblich das Angebot an Büchern erhöhen. Würde das Referendum abgelehnt, dann würde das höhere Buchpreise bedeuten. Bezahlen würden die grösseren Margen der Buchläden also genau jene Personen, die mit Ihren Käufen von Büchern überhaupt für Geld in den Taschen der Verlage und Autoren sorgen.

Der FinanzFuchs unterstützt das Referendum. Er ist sozusagen immer noch fassungslos, dass sich im Parlament eine Mehrheit für diesen Eingriff in den Markt finden liess. Und er ist erstaunt darüber, dass das Parlament die Meinung vertritt, dass höhere Preise die Vielfalt erhöhen sollen. Denn schliesslich wird der Grossteil der in der Schweiz verkauften Bücher nicht von Schweizer Schriftstellern verfasst, und es gibt bereits genügend andere Formen der Subventionen an Künstler. Und dank dem Vertrieb über das Internet ist es möglich, auch kleinste Auflagen von Büchern aus kleinen Nischen mit Gewinn zu verkaufen, wie das Beispiel Amazon zeigt.

Seien wir also gespannt, wann das Volk dazu das letzte Wort hat – und was die Mehrheit dann abstimmen wird.

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Referendum gegen Buchpreisbindung

Da haben wir’s. Der FinanzFuchs ist in seiner Meinung zur Buchpreisbindung nicht alleine. Nachdem der Nationalrat im Frühling 2011 nach der Abschaffung der Buchpreisbindung deren Wiedereinführung anvisierte, haben liberale Kräfte über 70’000 Unterschriften für ein Referendum gesammelt. Damit dürfte die benötigten 50’000 gültigen Unterschriften locker zustande kommen.

Vor allem SVP und FDP sowie deren Jungparteien machen sich gegen die Wiedereinführung der Buchpreisbindung stark. Und auch der FinanzFuchs unterstützt dieses Vorhaben, zumindest hier auf dem Blog. Staatliche Eingriffe wie etwa fixe Preise bedeuten vor allem eines: höhere Margen für die so geschützten Anbieter, sprich Buchläden. Und wir haben ganz klar in der Schweiz zu viele Vorschriften und der Markt spielt zu wenig. Und bei fixierten Preisen spielt der Markt überhaupt nicht. Jeder, der einmal in ein Buch zum Thema Volkswirtschaftslehre (Makro-/Mikroökonomie) geschaut hat, sollte wissen, dass fixe Preise zu einer Monopolrente für die Anbieter führen. Mit der Wiedereinführung der Buchpreisbindung würden also die Schweizer mit höheren Preisen die Buchläden subventionieren. Da könnten wir geradesogut auch fixe Preise für Brot (die armen Bäcker, die unter den Grossverteilern leiden) für CDs (hier kann man die genau gleichen Argumente wie bei der Buchpreisbindung anführen) oder für Zeitungen und Zeitschriften einführen. Und das will niemand, oder?

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Orange Minutentakt: Der rentable Trick

Orange ändert per 1. August 2011 die Taktung bei Telefongesprächen. Während bisher noch im 10-Sekunden Takt abgerechnet wird, wird neu der Minuten-Takt angewendet: Gespräche werden auf die volle Minute aufgerundet. Ein Gespräch von 1 Min. 30 Sekunden dauert dann neu nach Orange 2 Minuten. Somit verdient Orange 1/3 mehr als bisher mit den Gesprächen.

Das ist ein Trick, der auch schon lange bei der Festnetz-Telefonie angewendet wird. Dass allerdings gleich auf eine ganze Minute aufgerundet wird, ist happig. Nach Sunrise optimiert nun also auch Orange zu Lasten seiner Kunden die Einnahmen. Denn dies ist klar eine versteckte Preiserhöhung. Dass es auch kundenfreundlicher geht, zeigt Swisscom. Oder M-Budget Mobile, wo sogar im Sekunden-Takt abgerechnet wird. Orange-Kunden dürfen sich also ab August 2011 auf deutlich gestiegene Telefonrechnungen gefasst machen.

Die Änderung betrifft übrigens auch all jene Orange-Kunden, die Abos mit Inklusive-Minuten haben. Sie können neu ab August 2011 weniger lange mit ihrem Guthaben telefonieren.

Die Frage ist, wie viel Geld das die Kunden von Orange kostet. Das ist nicht ganz einfach abzuschätzen. Comparis hat geschätzt, dass aus 90 Gratis-Minuten mit dem alten Modell 86 Minuten zur Verfügung standen und mit dem neuen Modell 72 Minuten. Dabei basiert die Berechnung auf einer durchschnittlichen Gesprächsdauer von 1.97 Minuten.

Nur – die Mobilfunk-Kunden zahlen nicht für den Durchschnitt, sondern für das einzelne Gespräch. Hier wäre es interessant, eine Verteilung der Gesprächsdauer nach Häufigkeit zu besitzen. Der FinanzFuchs hat diese nicht, obwohl er selbst lange aktiv in einer Telekom-Firma arbeitete… Aber sicher ist, dass die meisten Gespräche nur eine oder zwei Minuten dauern. Und dann kommt hinzu, dass mehr Gespräche 1Min. 10 Sek. dauern als 1Min. 50 Sekunden. Sie glauben das nicht? Was schätzen Sie, wie häufig die Zahlen von 1-9 in einem Buch vorkommen? Klar wird am häufigsten die 1 vorkommen. Das gilt sogar, wenn man nur die letzte Stelle der Seitenzahl betrachtet (es gibt mehr Bücher mit 101 Seiten als mit 109 Seiten).

Grob über den Daumen gepeilt wird sich durch das grosszügige Aufrunden von Orange ein Gespräch um 30 Sekunden erhöhen. Das dürfte etwa zu einer Verteuerung der Anrufe um 25% führen. Leider gibt es in der Schweiz auch keinen brauchbaren Tarifvergleich, der unterschiedliche Gesprächsdauern als Basis für die Kostenberechnung verwendet. Aber testen Sie es doch selbst, wenn Sie Orange-Kunde sind: Betrachten Sie Ihre Telefonrechnung ab August 2011 genau. Es könnte sich für Sie lohnen, zu einem Mobilfunk-Anbieter ohne Minuten-Takt zu wechseln.

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