1.75% Zins auf dem Sparkonto bei CS bei Ende 2012

Nach der letztjährigen Aktion mit 2.25% Premium-Zins bei der Credit Suisse wird die Aktion dieses Jahr wieder neu lanciert. Wie gut ist das Angebot?

Das Angebot ist super, meint der FinanzFuchs. Schauen wir zuerst die Bedingungen an:

  • Neugelder zwischen 500 und 250’000 Schweizer Franken werden mit 1.75% verzinst
  • Und zwar vom Moment der Einzahlung bis Ende 2012
  • Die Kontoführung ist kostenlos

So weit so gut. Und was steht im Kleingedruckten? Folgendes ist wichtig:

  • Das Ganze gilt nur für neu zur Credit Suisse fliessende Gelder, die zwischen dem 1. April und 30. Juni bei der Grossbank auf dem neu zu eröffnenden PremiumZins-Sparkonto ankommen
  • Einzahlungen nach dem 30.06.2012 werden normal verzinst (d.h. nach aktuellem Stand mit 0.25% Zins)
  • Wer schon im letzten Jahr an der PremiumZins Aktion teilgenommen hat und seine Bankbeziehung seither auflöste, darf nicht mehr teilnehmen

Vergleicht man die angebotenen 1.75% Zins mit denen der Konkurrenz, dann sind diese sehr gut. PostFinance bietet beispielsweise momentan 0.75% Zins auf dem E-Depositio Konto an. Die CS ist hier 1.0% besser. Allerdings wie erwähnt nur bis Ende Jahr?

Was macht nun ein schlauer Fuchs, der einiges an Geld auf der hohen Kante hat? Er eröffnet ein Premium Zins Konto bei der Credit Suisse, verschiebt vor Ende Juni Geld darauf, und Anfang 2013 beurteilt er die Situation neu (sprich: er wird vermutlich das Geld wieder zu seiner Hausbank veschieben). Das ist zumindest das geplante Vorgehen vom FinanzFuchs. Und lohnt sich der Aufwand? Ja. Bei CHF 50’000 entsprechen 1% mehr Zins in 9 Monaten immerhin 375 Franken (vor Steuern). Bei einem Aufwand von weniger als einer Stunde ein guter Stundenlohn…

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Preiserhöhung SBB: Die komische Rechtfertigung

Jetzt ist es schon wieder soweit: Die SBB will per Dezember die Preise für 2013 erhöhen, und zwar massiv um durchschnittlich 5.6%. Am schlechtesten kommen die Käufer eine Generalabonnements weg. Ein GA 1. Klasse kostet neu 5’800 Franken (+8.1%), und ein GA 2. Klasse kostet neu 3’560 Franken (plus 6.3%). Die ganze Preisliste finden Sie übrigens hier: Preise SBB 2012 / 2013.

Gerechtfertigt wird die Preiserhöhung mit den steigenden Trassenpreisen. Aber nicht nur. So wurde das Angebot ausgebaut, neues Rollmaterial gekauft und die Anzahl Passagiere ist gestiegen.

Die SBB muss privatwirtschaftlich organisiert werden – weg mit dem Bundesbetriebs-Denken

Der FinanzFuchs gerät in Rage, wenn er solche fadenscheinigen Argument hört. Schauen wir uns die folgenden Argumente zur Preiserhöhung näher an und vergleichen diese mit dem Denken aus der Privatwirtschaft:

Ausbau des Angebots: Wenn ein Bundesbetrieb sein Angebot ausbaut, dann verursacht das Mehrkosten, die auf die Kunden überwälzt werden müssen. Wenn eine Firma neue Produkte einführt oder wie z.B. Aldi neue Niederlassungen eröffnet, dann bringt das Mehreinnahmen und einen zusätzlichen Deckungsbeitrag, welche zu tieferen Preisen führen.

Neues Rollmaterial: Wenn die SBB neue Doppelstock-Züge kauft, dann sollen die Passagiere diese mit Preiserhöhungen bezahlen. Wenn eine Gesellschaft wie easyjet neue Flugzeuge mit kauft, dann führt das zu geringeren Kosten im Unterhalt, zu geringeren Kosten pro Flugpassagier-Kilometer und damit zu günstigeren Preisen.

Mehr Passagiere: Wo ist denn bitte hier die Logik? Kennen Sie ein privates Unternehmen, das sich daran stört, dass es mehr Kunden hat? Die SBB offenbar schon – Kunden verursachen schliesslich Kosten. Jedes Unternehmen freut sich über zusätzliche Kunden, weil diese einen Deckungsbeitrag an die Fixkosten abliefern.

Und das ist eben der Punkt: Die SBB ist in einem Geschäft, welches sehr hohe fixe Kosten aufweist. Züge, Gleise und Bahnhöfe verursachen hohe Fixkosten, aber praktisch keine variablen Kosten. Wenn eine Person zusätzlich von Zürich nach Bern in der 1. Klasse ohne Halbtax fährt, dann verdient die SBB 80 Franken daran. Und davon bleiben etwa 79 Franken im Portemonnaie der SBB. Denn ein Ticket auszustellen am Automaten sowie es ggf. konrollieren zu lassen kostet einen Franken. So wie die SBB argumentiert, haben sie bei einem weiteren Kunden Gesamtkosten, die höher als der Ticketpreis liegen. Und das kann doch nicht ihr ernst sein.

In jedem privat organisierten Unternehmen mit hohen Fixkosten freut man sich über zusätzliche Kunden und ist in der Lage, die Preise zu senken (und das muss man auch tun, wenn man keine Monopolstellung inne hat). Die SBB hingegen nutzt ihr Monopol und das Bundesbetriebs-Denken, um die Preise zu erhöhen. Und das muss ein Ende haben.

Gut, der FinanzFuchs hat sich jetzt abgeregt (im Wald muss er eh laufen, da gibt es keine Züge), aber vielleicht Sie als Leser nicht? Dann schreiben Sie doch jetzt Ihre Meinung zur SBB Preiserhöhung hin.

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Neue Kampfjets müssen vors Volk

Zuerst vorneweg. Der FinanzFuchs ist weder ein “Linker” noch ein “Antimilitarist”. Im Gegenteil. Er macht sogar noch aktiv Dienst bei einer stolzen Truppengattung und gehört, wenn man es aus Sicht einer Firma bezeichnen würde, zum “mittleren Kader” in der Armee.

Aber der kürzlich getroffene Entscheid, den schwedischen Gripen zu kaufen als Ersatz für die Tiger-Flotte war nun endlich der Auslöser, hier seinem Ärger um die neuen Kampfjets öffentlich Luft zu machen.

Die Armee hat es ja geschafft, dass ihr Verteidigungsetat um fast 1/4 wieder auf 5 Milliarden Schweizer Franken erhöht werden soll. Nicht, weil Ueli Maurer die Armee ausbauen will. Nein, weil damit die Kampfjets über das normale Militärbudget finanziert werden sollen. So – hatten sich die Strategen ausgerechnet – wäre das Risiko geringer, dass dieses Geschäft vors Volk kommt.

Allerdings muss ja jemand für die Jets bezahlen. Und das sind nicht nur Herr Maurer und und nicht nur die Parlamentarier, sondern alle Steuerzahler.

Kein Problem, sagt sich das Parlament, wir erhöhen wegen den neuen Kampfjets ja nicht die Steuern, sondern sparen das Geld woanders ein.

Am liebsten wäre dem FinanzFuchs dabei, dass das Geld tatsächlich eingespart wird, indem der Vewaltungsapparat kostengünstiger arbeitet. Aber das wird es im Endeffekt nicht sein. Da wird einfach woanders das Budget gekürzt. Und das bedeutet, dass hier eine Arbitrage gemacht wird: 22 Kampfjets hier, ein paar Milliarden weniger dort, wobei “dort” noch genauer zu definieren wäre.

Somit sollte hier unbedingt das Volk mitreden dürfen. Denn Steuerfranken sind gewiss in anderen Bereichen wie Bildung, Forschung, oder in Form von Steuersenkungen sinnvoller angelegt als in 22 Flugzeugen.

Denn seien wir ehrlich: Für Luftpolizei-Einsätze reichen die FA18 oder die Tiger noch längst aus. Oder sogar auch Pilatus PC-21, der dann auch im Unterhalt massivst günstiger wäre. Denn ein Terrorist wird uns ja nicht mit einem Kampfjet angreifen. Und es spricht ja niemand über die Abschaffung der Luftwaffe. Ein Know-How-Verlust vom fliegerischen Können steht nicht auf dem Spiel.

Und käme es doch mal zu einem Krieg: Auch 22 Flugzeuge würden hier keinen Unterschied machen, zumal innert Wochen kaum mehr eines davon übrigbleiben würde.

Also bitte, lasst uns darüber abstimmen. Und bitte genau aufzeigen, auf was wir verzichten, wenn wir die 22 Flugzeuge anschaffen. Und dann werden wir ja sehen, ob das Volk das auch so sieht wie das Parlament. Und bitte, liebe SVP: Eine Abstimmung zu 22 Flugzeugen hat nichts zu tun mit einer Abstimmung zur Abschaffung der Armee. Denn letzteres will auch der FinanzFuchs nicht.

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Oswald Grübel geht endlich – wirklich freiwillig?

Gestern wurde bekannt, dass Oswald Grübel per sofort von seinem Posten als CEO der UBS zurücktritt. Ex-Bundesrat Kaspar Villiger, seines Zeichens Präsident des Verwaltungsrates, teilte mit, dass der VR Grübel bis nächsten Frühling halten wollte, sich aber gegen den Wunsch von Oswald Grübel, sofort zurückzutreten, nicht durchsezten konnte.

Grübel wollte damit die Konsequenzen tragen und die Verantwortung auf sich nehmen, nachdem ein UBS-Trader in London 2.3 Milliarden US-Dollar verzockt hatte.

Leider hilft dieser Schritt nicht, das Vertrauen in die UBS widerherzustellen. Oswald Grübel ist viel zu spät zurückgetreten. Dass er als Chef für den Verlust verantwortlich ist, war schon am Tag nach dem Trading-Skandal klar. Dass der Rücktritt erst jetzt erfolgt, zeigt eher, dass Grübel sich an seinen Sessel klammerte, und nach der UBS VR-Sitzung diese Woche in Singapur zum Rücktritt gedrängt wurde.

Völlig unglaubwürdig erscheint, dass der VR angeblich Grübel noch ein halbes Jahr lang halten wollte. Dem FinanzFuchs erscheint dies eher, als wollte man mit dieser Aussage helfen, die Reputation von Grübel widerherzustellen. Dieser Schuss ist nach Hinten losgegangen, meint der FinanzFuchs.

Und noch ein weiterer Rücktritt fehlt – derjenige von Kaspar Villiger. Der FinanzFuchs hat unseren ehemaligen Finanzminister geschätzt – in seiner Funktion als Bundesrat. Aber als UBS-VR hat er versagt. Er wurde nur VR-Präsident der UBS, um PR & Lobbying zu betreiben. Klar ist das eine der wichtigsten Funktionen eines Verwaltungsrates. Aber ein VR-Präsident muss auf Fachwissen (in diesem Fall: Verstehen wie Banken und vor allem das Investment Banking funktionieren) mitbringen. Dieses fehlte ihm offenbar. Er war deswegen nicht unabhängig, sondern nur der Hampelmann von Oswald Grübel, der in Bern Stimmung für die UBS machte. Es wäre Konsequent und an der Zeit gewesen, dass auch Herr Villiger zusammen mit Herrn Grübel den Hut genommen hätte.

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Referendum gegen Buchpreisbindung zustande gekommen

Nun ist es offiziell: Das Referendum gegen die Buchpreisbindung ist zustande gekommen. Die Mitglieder der jungen FDP und SVP haben es geschafft, über 60’000 gültige Unterschriften zu sammeln, wie die Bundeskanzlei mitteilte.

Ursprünglich waren fixierte Buchpreise – man könnte auch von einem Buch-Kartell sprechen – im 2007 abgeschafft worden. Nun haben es National- und Ständerat aber geschafft, auf den damaligen Entscheid zurückzukommen. Feste Preise bei Büchern sollen angeblich das Angebot an Büchern erhöhen. Würde das Referendum abgelehnt, dann würde das höhere Buchpreise bedeuten. Bezahlen würden die grösseren Margen der Buchläden also genau jene Personen, die mit Ihren Käufen von Büchern überhaupt für Geld in den Taschen der Verlage und Autoren sorgen.

Der FinanzFuchs unterstützt das Referendum. Er ist sozusagen immer noch fassungslos, dass sich im Parlament eine Mehrheit für diesen Eingriff in den Markt finden liess. Und er ist erstaunt darüber, dass das Parlament die Meinung vertritt, dass höhere Preise die Vielfalt erhöhen sollen. Denn schliesslich wird der Grossteil der in der Schweiz verkauften Bücher nicht von Schweizer Schriftstellern verfasst, und es gibt bereits genügend andere Formen der Subventionen an Künstler. Und dank dem Vertrieb über das Internet ist es möglich, auch kleinste Auflagen von Büchern aus kleinen Nischen mit Gewinn zu verkaufen, wie das Beispiel Amazon zeigt.

Seien wir also gespannt, wann das Volk dazu das letzte Wort hat – und was die Mehrheit dann abstimmen wird.

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Referendum gegen Buchpreisbindung

Da haben wir’s. Der FinanzFuchs ist in seiner Meinung zur Buchpreisbindung nicht alleine. Nachdem der Nationalrat im Frühling 2011 nach der Abschaffung der Buchpreisbindung deren Wiedereinführung anvisierte, haben liberale Kräfte über 70’000 Unterschriften für ein Referendum gesammelt. Damit dürfte die benötigten 50’000 gültigen Unterschriften locker zustande kommen.

Vor allem SVP und FDP sowie deren Jungparteien machen sich gegen die Wiedereinführung der Buchpreisbindung stark. Und auch der FinanzFuchs unterstützt dieses Vorhaben, zumindest hier auf dem Blog. Staatliche Eingriffe wie etwa fixe Preise bedeuten vor allem eines: höhere Margen für die so geschützten Anbieter, sprich Buchläden. Und wir haben ganz klar in der Schweiz zu viele Vorschriften und der Markt spielt zu wenig. Und bei fixierten Preisen spielt der Markt überhaupt nicht. Jeder, der einmal in ein Buch zum Thema Volkswirtschaftslehre (Makro-/Mikroökonomie) geschaut hat, sollte wissen, dass fixe Preise zu einer Monopolrente für die Anbieter führen. Mit der Wiedereinführung der Buchpreisbindung würden also die Schweizer mit höheren Preisen die Buchläden subventionieren. Da könnten wir geradesogut auch fixe Preise für Brot (die armen Bäcker, die unter den Grossverteilern leiden) für CDs (hier kann man die genau gleichen Argumente wie bei der Buchpreisbindung anführen) oder für Zeitungen und Zeitschriften einführen. Und das will niemand, oder?

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Orange Minutentakt: Der rentable Trick

Orange ändert per 1. August 2011 die Taktung bei Telefongesprächen. Während bisher noch im 10-Sekunden Takt abgerechnet wird, wird neu der Minuten-Takt angewendet: Gespräche werden auf die volle Minute aufgerundet. Ein Gespräch von 1 Min. 30 Sekunden dauert dann neu nach Orange 2 Minuten. Somit verdient Orange 1/3 mehr als bisher mit den Gesprächen.

Das ist ein Trick, der auch schon lange bei der Festnetz-Telefonie angewendet wird. Dass allerdings gleich auf eine ganze Minute aufgerundet wird, ist happig. Nach Sunrise optimiert nun also auch Orange zu Lasten seiner Kunden die Einnahmen. Denn dies ist klar eine versteckte Preiserhöhung. Dass es auch kundenfreundlicher geht, zeigt Swisscom. Oder M-Budget Mobile, wo sogar im Sekunden-Takt abgerechnet wird. Orange-Kunden dürfen sich also ab August 2011 auf deutlich gestiegene Telefonrechnungen gefasst machen.

Die Änderung betrifft übrigens auch all jene Orange-Kunden, die Abos mit Inklusive-Minuten haben. Sie können neu ab August 2011 weniger lange mit ihrem Guthaben telefonieren.

Die Frage ist, wie viel Geld das die Kunden von Orange kostet. Das ist nicht ganz einfach abzuschätzen. Comparis hat geschätzt, dass aus 90 Gratis-Minuten mit dem alten Modell 86 Minuten zur Verfügung standen und mit dem neuen Modell 72 Minuten. Dabei basiert die Berechnung auf einer durchschnittlichen Gesprächsdauer von 1.97 Minuten.

Nur – die Mobilfunk-Kunden zahlen nicht für den Durchschnitt, sondern für das einzelne Gespräch. Hier wäre es interessant, eine Verteilung der Gesprächsdauer nach Häufigkeit zu besitzen. Der FinanzFuchs hat diese nicht, obwohl er selbst lange aktiv in einer Telekom-Firma arbeitete… Aber sicher ist, dass die meisten Gespräche nur eine oder zwei Minuten dauern. Und dann kommt hinzu, dass mehr Gespräche 1Min. 10 Sek. dauern als 1Min. 50 Sekunden. Sie glauben das nicht? Was schätzen Sie, wie häufig die Zahlen von 1-9 in einem Buch vorkommen? Klar wird am häufigsten die 1 vorkommen. Das gilt sogar, wenn man nur die letzte Stelle der Seitenzahl betrachtet (es gibt mehr Bücher mit 101 Seiten als mit 109 Seiten).

Grob über den Daumen gepeilt wird sich durch das grosszügige Aufrunden von Orange ein Gespräch um 30 Sekunden erhöhen. Das dürfte etwa zu einer Verteuerung der Anrufe um 25% führen. Leider gibt es in der Schweiz auch keinen brauchbaren Tarifvergleich, der unterschiedliche Gesprächsdauern als Basis für die Kostenberechnung verwendet. Aber testen Sie es doch selbst, wenn Sie Orange-Kunde sind: Betrachten Sie Ihre Telefonrechnung ab August 2011 genau. Es könnte sich für Sie lohnen, zu einem Mobilfunk-Anbieter ohne Minuten-Takt zu wechseln.

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Kleiner Unterhalt: Wer Reparaturen in Mietwohnung bezahlt

Der FinanzFuchs erinnert sich an die Zeit zurück, als er mit seiner Ex-Füchsin in einer Mietwohnung in Olten lebte. Just sie sich getrennt hatten, ging die Fenstertüre zum Balkon defekt. Trotz völlig normalem Gebrauch – die Trennung verlief friedlich.

Ein paar Tage später erschien ein Handwerker und reparierte die Tür zum Balkon. Damit war auch dieses Kapitel abgeschlossen – dachte der FinanzFuchs. Dem war aber nicht so. Denn kurze Zeit später erhielt er Post von seinem Vermieter mit einer Rechnung über 259.30 Franken. Der Vermieter war noch so dreist, folgendes im Brief zu schreiben:

„Gemäss den allg. Bestimmungen zum Mietvertrag und entsprechend Art. 259 OR obliegen die kleinen, für den Gebrauch der Mietsache erforderlichen Ausbesserungen dem Mieter. Die Ausbesserungspflicht besteht für alle während der Dauer des Mietverhältnisses entstandenen Mängel, unabhängig davon, ob sie vom Mieter verursacht worden sind oder nicht“.

Hoppla, dachte der FinanzFuchs erst, Beziehung zu Ende und jetzt auch noch das Portemonnaie leer. Doch er recherchierte im Internet. Und siehe da, es gibt einen Grenzbetrag, ab wann Reparaturen nicht mehr als „kleine Ausbesserungen an der Mietsache“ gelten. Dieser Betrag liegt bei 150 bis 200 Franken.

Also schickte der FinanzFuchs die Rechnung an den Vermieter zurück mit der Bitte, ihm doch mitzuteilen, wo der Vermieter von einer Erhöhung dieses Grenzbetrages auf über 259 Franken gehört haben will. Er hörte nie mehr etwas vom Vermieter…

Kleiner Unterhalt: Nur bis max. 200 Franken selbst bezahlen

Nicht alle sind so listig wie der FinanzFuchs oder so hinterlistig wie dessen ehemaliger Vermieter. Sauber und fair wäre, wenn sich Vermieter an die Regelung betreffend des kleinen Unterhalts von sich aus halten würden. Tun sie aber oftmals nicht. Eine Befragung von comparis bei über 800 Mietern, die für Unterhalt / Reparaturen ihrer Mietwohnung Geld bezahlten, ergab, dass 81% davon unnötigerweise Geld an den Vermieter bezahlt haben. Machen Sie es also anders als 4/5 der Schweizer und kontaktieren Sie Ihren Vermieter, wenn Sie eine Rechnung für eine Reparatur von über 200 Franken erhalten.

Denn: Für etwas zahlen Sie ja Miete, oder?

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Swisscom: Neue Mobilfunktarife und Abos

Als der FinanzFuchs vor ein paar Tagen im Swisscom Shop stand, hat er festgestellt, dass Swisscom die Mobilfunk-Tarife geändert hat. Die bisherigen drei Natel Abos gibt es nicht mehr – sie wurden mit neuen Abos (immer noch mit dem Liberty-Tarif) ersetzt. Neu heissen die drei angebotenen Abos Natel liberty primo, medio und largo.

Neu: Stundentarif ins Fremdnetze

Neu ist, dass Swisscom Kunden mit den neuen Abos nun auch den beliebten liberty-Tarif erhalten. So kostet ein Anruf bis zur Länge von einen Stunde zu Orange oder Sunrise mit dem mittleren Natel Abo 70 Rappen. Vorher waren es 50 Rappen pro Minute. Ein guter Preis für Leute, die gerne lange Telefongespräche führen. Zudem sind neu 50, 100 oder 250 SMS pro Monat gratis im Preis inbegriffen. Insgesamt sind laut comparis die neuen Abos etwas günstiger als die alten Natel Abonnemente, aber immer noch teurer als Orange und Sunrise.

Kommentar vom FinanzFuchs zu den neuen Swisscom Natel Abos

Die neuen Abos von Swisscom und vor allem der Stundentarif in Fremdnetze sind eine ganz gute Sache. Der Liberty-Tarif in Fremdnetze nimmt einem endgültig die Angst, dass mobil telefonieren teuer ist. Dennoch haben die Abos ein paar Fallstricke. Deswegen hier der Kommentar vom FinanzFuchs mit Tipps für Swisscom Kunden:

  • Die neuen Abos sind besser als die alten. Sie als Kunde werden aber nicht automatisch auf ein günstigeres Abo gewechselt. Klären Sie mittels SMS an 444 mit dem Text CHECK ab, ob sich ein Wechsel basierend auf der letzten Mobilfunkrechnung lohnen würde
  • Anrufe in ein fremdes Festnetz sind nun teurer geworden. Der Stundentarif gilt weiterhin, doch unterscheidet Swisscom zwischen eigenem Festnetz und fremdem Festnetz
  • Leider hat sich nichts beim Datenvolumen getan. Gut ist, dass es weiterhin ein Kostendach von 5 Franken/Tag im Inland gibt. Das inklusive Datenvolumen bei der Konkurrenz von Swisscom ist deutlich höher. Hier hätte Swisscom mutiger sein dürfen. Der FinanzFuchs weiss aus eigener Erfahrung, dass die 250 MB auf seinem neuen liberty Medio-Abo wenig sind. Zum normalen Gebrauch seines iPhone reicht es. Sobald er aber unterwegs mit dem Notebook via iPhone im WWW surft, ist das Datenvolumen sofort aufgebraucht. Selbst wenn er beim Surfen die Bilder ausschaltet generiert er bei einem halben Arbeitstag ausserhalb seines Fuchsbaus etwa 40-50 MB Datenverkehr
  • Logik der Abos: Die Abos heissen primo, medio und largo. Das mag zwar gut tönen, aber der Marketingverantwortliche hat hier keine Logik walten lassen. Es müsste entweder primo, secondo, terzo oder piccolo, medio und grande heissen
  • Die Grundgebühr beim mittleren Abo ist um 10 Franken auf 45 Franken gestiegen. Das ist geschickt, zumindest für Swisscom. Man sollte sich deswegen überlegen, ob es nicht auch das kleinere Abo “primo” tut
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Kein Kindersitz für Taxi? Keine Logik?

Da staunte der FinanzFuchs und kratzte sich ungläubig am Kopf, als er folgende Meldung auf 20Min las:

Der Nationalrat will die Kindersitzpflicht für Taxis lockern. Dies beschloss er im Rahmen der Sondersession, die am Montag begonnen hat. (…) Demnach soll es Taxifahrern vorab in Stadtgebieten erlaubt sein, Kinder ohne Kindersitz zu transportieren (…) Die Kindersitzpflicht sei realitätsfremd und verlange von den Taxifahrern einen zu grossen Aufwand

Aha, für Taxifahrer, die ihre Gäste in einem AUTO transportieren, gelten also andere Regeln als für Nicht-Taxifahrer, die Kinder in einem AUTO transportieren. Weil der Aufwand zu gross sei? Der FinanzFuchs meint dazu: Entweder muss man Kinder in einen Autositz platzieren, weil das ihre Sicherheit erhöht, oder die Massnahme bringt nichts, und man kann die Autositzpflicht für Kinder wieder abschaffen. Aber basierend auf dem “Aufwand” eine Unterscheidung zu machen, ist nicht logisch. Also fragt sich, wo denn die logisch denkenden Schweizer im Nationalrat sitzen. Gleichermassen könnte jetzt der FinanzFuchs argumentieren, dass – weil jemand 2 Autos, aber nur 1 Autositz besitzt – den Autositz nur in einem Auto mitführen muss. Oder wer einen Porsche fährt (wo das Montieren eines Kindersitzes sicher aufwändiger ist als bei einem Renault Espace ist), ebenfalls keinen Sitz für Kinder einbauen muss.

Das Argument von Jacqueline Fehr (SP, Zürich), dass es in der Schweiz noch nie einen Unfall mit einem ungesicherten Kind im Taxi gegeben hat, ist ebenfalls haarsträubend unlogisch. Denn wahrscheinlich hat es auch noch nie einen Unfall mit einem Ferrari FF mit einem nicht speziell gesicherten Kind gegeben – also müssen Ferrari-Fahrer auch keinen Kindersitz mitführen? Der FinanzFuchs meint: Ein Auto ist ein Auto, egal ob ein Taxifahrer, eine Grossmutter oder Raser hinter dem Steuer sitzen. Also sollen überall die gleichen Regeln gelten.

Nach dem Nationalrat behandelt nun der Ständerat die Vorlage. Es ist zu hoffen, dass dieser über mehr Logik als der Nationalrat verfügt und der Argumentation des Bundesrates (der sich für keine Lockerung der Regelung ausspricht) folgt.

Ach ja, noch etwas sorgt für Kopfschütteln beim FinanzFuchs: Die Kantone sollen dann entscheiden, wo die Regeln für Taxifahrer gelockert werden sollen. Föderalismus pur und wiederum unlogisch: Warum sollen für Zürcher Taxifahrer andere Regeln als für Berner Taxifahrer gelten? Ach ja, die Kantone wollen ja auch noch etwas Arbeit für sich haben, um ihre aufgeblähten Verwaltungsapparate zu rechtfertigen.

Aktion Logik im Parlament

Gratis-Aktion vom FinanzFuchs zum Thema “Logik für Ständeräte”: Der FinanzFuchs offeriert jedem Ständerat, der voraussichtlich gegen die Kindersitz-Pflicht in Taxis stimmen wird, ein kostenloses Sudoku-Heftchen – um das logische Denken zu trainieren. Einfach jetzt als Ständerat von einer offiziellen E-Mail-Adresse aus einen Kommentar hinterlassen, und der FinanzFuchs meldet sich betreffend Versandadresse beim entsprechenden Ständerat.

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